"Seinem 10-jährigen - fast 11-jährigen Kind mit einer schlimmen Wahrheit, die sein Leben stark verändert, zu konfrontieren, ist nichts, worüber man sich Eltern Gedanken machen sollte! Allerdings blieb uns nicht wirklich eine Wahl. Je mehr sich Simon erholte und Fortschritte machte, desto mehr fing er an Fragen zu stellen.

"Mama, was ist eigentlich mit mir?"
"Mama, konnte ich das nicht schon mal? Wieso geht das nicht mehr?"
"Was habe ich für Krankheit?"
"Warum habe ich Narben am Kopf?"
"Was ist ein Tumor?"
"Kann ich bald wieder alleine laufen?"
"Wann darf ich wieder in die Schule?"
"Werde ich wieder gesund?"

Es waren viele Fragen... nach und nach kamen neue dazu. Anfangs stellte er täglich immer wieder die gleichen Fragen und vergaß es wieder. Also wusste ich, was auf mich zu kommt - er fragt, ich versuche es ihm zu erklären...Simon weint und schreit in meinen Armen und ich weine mit ihm. Ich versuche stark zu sein und fange an ihm all das positive zu erzählen... versuche ihn abzulenken... meistens gingen wir raus spazieren.

Eines morgens sagte er zu uns: "Stimmt es, dass ich einen Tumor im Kopf habe und operiert wurde?"
Wir waren einen Schritt weiter. Simon merkte sich langsam gewisse Dinge.
Wie kann man jemanden schonend erklären, dass er einen Tumor hat? Ich hab ehrlich gesagt kurz darüber nachgedacht.
Die Homepage soll nicht dazu dienen, unseren Weg als einzig Richtigen zu erklären. Es muss wirklich jeder für sich alleine entscheiden, wie er mit seinem Leben umgehen möchte und sich für seinen Weg entsprechend entscheiden.
Für uns kam nur die Wahrheit in Frage... wir klärten Simon immer nur soweit auf, wie er nachgefragt hat. Irgendwann wusste er die ganze Wahrheit.
Dadurch blieben uns Heimlichkeiten erspart. Wir konnten offen reden... zu viert als Familie!

Wir profitieren davon noch heute. Immer wieder hat es sich in den Jahren bewährt, dass Simon über seine Krankheit aufgeklärt wurde. Er fand sehr schnell einen Weg damit umzugehen. Es gab und gibt auch heute noch psychologische Unterstützung.

[Anja]